Schwindel / Gleichgewichtsstörungen

Was ist Schwindel ?

Schwindel ist ein unspezifisches Krankheitszeichen, welches verschiedene Ursachen haben kann. Im deutschen Sprachgebrauch wird der Ausdruck Schwindel für die unterschiedlichsten Empfindungen, wie Black-out (Schwarzwerden vor den Augen), Druckgefühl im Kopf, allgemeinesMissempfinden, Unsicherheitsgefühl, Betrunkenheitsgefühl, Liftgefühl aber auch Drehschwindel im eigentlichen Sinne verwendet. Der Schwindel kann dauernd vorhandensein,  anfallsartig auftreten, durch Körper- oder Kopfbewegungen, Lageänderungen provoziert werden, aber auch ohne erkennbaren äusseren Anlassauftreten. In gewissen Fällen können auch Begleitsymptome, wie Schwerhörigkeit, Ohrgeräusche (Tinnitus), Kopfschmerzen, Gefühlsstörungen,  Nervenlähmungen,usw. auftreten.

Was sind die Ursachen von Schwindel ?

Eine Vielzahl von Krankheiten können mit Schwindel einhergehen. Dazu gehören zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen (zu hoher, aber auch zu tiefer Blutdruck, Herzrhythmusstörungen oder andere Herzkrankheiten), Blutarmut, Infektionskrankheiten, Migräne,  Augenleiden, Muskel- und Gelenkerkrankungen, Nervenerkrankungen, Hirntumoren, psychische Störungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, usw.
Recht häufig ist eine Störung des Gleichgewichtssystems für Schwindelbeschwerden verantwortlich. Für die Kontrolle des Gleichgewichtes, bzw. der Orientierung im Raum erhält das Gleichgewichtszentrum im Gehirn Informationen von folgenden drei Organsystemen:Gleichgewichtsorgan

Ein komplizierter Steuerungsmechanismus verarbeitet die Informationen aus diesen drei Organsystemen und löst reflexartig Körperbewegungen aus, die zur Erhaltung der Körperstabilität und des Gleichgewichtes notwendig sind. Wird nun eines dieser Organe, z.B. das Gleichgewichtsorgan, durch eine Erkrankung beschädigt, erhält das Gleichgewichtszentrum widersprüchliche Informationen, was Schwindel auslösen kann.

Zu den bekannteren und häufigeren Erkrankungen des Gleichgewichtsorganes gehören:

Was tun bei Schwindel ?

Als erstes gilt es die Ursache des Schwindels abzuklären. Da eine Vielzahl von Krankheiten zu Schwindel führen kann, gelingt dies oft nicht mit einer einzigen Untersuchung. Eine genaue Analyse der Krankengeschichte gibt oft Hinweise auf die Ursache und dient zur Planung der weiteren Abklärungsschritte. Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung des Gleichgewichtsorganes, kann die Untersuchung beim Ohrenarzt weiterhelfen. Dieser wird neben einer visuellen Ohruntersuchung, eine Hörprüfung (Audiogramm), eveine Messung der Hörnervenfunktion und der zentralen Hörverarbeitung (mit akustisch evozierten Potentialen) durchführen. Die Funktion des eigentlichen Gleichgewichtsorganes erfolgt mit Hilfe einer sogenannten Elektro- oder Videonystagmografie und ev. der Messung von speziellen vom Gleichgewichtsorgan ausgelösten Muskelaktivitäten. Je nach Fragestellung kann auch eine Computertomografie oder eine Magnetresonanz-Untersuchung notwendig sein. Ist die genaue Diagnose bekannt, lässt sich eine zielgerichtete Behandlung planen. Je nach Grundkrankheit kann dies - z.B. bei der Menièrschen Krankheit - eine medikamentöse Therapie sein. Liegt ein sogenannt gutartiger Lagerungsschwindel vor, lassen sich häufig mit speziellen Gleichgewichtsübungen gute Erfolge erzielen. Nicht in jedem Fall ist eine kausale Behandlung möglich. Dank der grossen Anpassungsfähigkeit des Gleichgewichtszentrums kann es auch in solchen Fällen mit der Zeit zu einer spontanen Abnahme der Schwindelbeschwerden kommen. Diese spontanen Heilungen lassen sich in den meisten Fällen mit einem Gleichgewichtstraining beschleunigen. Solange die Schwindelbeschwerden noch anhalten, kann ein erhöhtes Sturzrisiko bestehen. In diesen Fällen empfiehlt es sich beim Gehen einen Stock oder eine andere Gehhilfe zu benützen, sich nicht in dunkler oder schlecht beleuchteter Umgebung zu bewegen und sich nicht in sturzgefährdete Positionen (Arbeiten auf Leitern, Gerüsten) zu begeben.


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