Man unterscheidet zwischen den beiden Gaumenmandeln (Tonsillen) und den Rachenmandeln
(Adenoid). Je nach Beschwerden und Krankheitszeichen müssen nur die Rachenmandeln
oder auch die Gaumenmandeln entfernt werden. Vergrösserte Rachenmandeln
können bei Kindern die Nasenatmung beeinträchtigen. Dies
kann zu Schnarchen, häufigen Erkältungen und Entzündungen
der Nasennebenhöhlen und des Mittelohres führen. Die Rachenmandeln
können auch die Tube (Durchgang zum Mittelohr) verschliessen. Ist
die Tube während längerer Zeit nicht durchgängig, entsteht ein Paukenerguss (Flüssigkeit, Sekret im
Mittelohr), was zu einer Schwerhörigkeit
führen kann. In diesen Fällen ist die Einlage von sogenannten
Paukenröhrchen ins Trommelfell zu empfehlen.
In den Gaumenmandeln kann sich eine chronische Entzündung entwickeln. Diese äussert
sich durch häufige Halsschmerzen und/oder wiederholte Anginen. In diesem Fall ist eine Tonsillektomie zu empfehlen.
Bei sehr grossen Gaumenmandeln können vorallem bei Kindern nächtliche Atemstörungen (obstruktives Schlafapnoe-Syndrom) und Schwierigkeiten beim Essen
auftreten. Wenn nicht gleichzeitig eine chronische Mandelentzündung vorliegt, kommt hier eine teilweise Entfernung der Mandeln (Tonsillotomie) in Frage.
Diese Operationen erfolgen grundsätzlich in Narkose.
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Vergrösserte Tonsillen |
Rachenmandel (endoskopisches Bild) |
Tonsillektomie (vollständige Entfernung der Gaumenmandeln), Tonsillotomie (teilweise Entfernung der Gaumenmandeln:
- am 1. bis 3. Tag nach der Operation.
Adenotomie (nur Entfernung der Rachenmandeln):
- in der Regel ambulant.
Arbeitsunfähigkeit während 2 - 3 Wochen nach Spitalaustritt.
Kein Schul-/Kindergartenbesuch: ca. 1 Woche nach Spitalaustritt.
Kein Turnen: ca. 3 Wochen nach Spitalaustritt.
Am Tag nach der Operation kann Fieber auftreten. In den ersten 10 - 14
Tagen nach der Operation besteht das Risiko einer Blutung. Dieses lässt sich durch richtiges Verhalten nach der Operation stark vermindern.
(s.unten).
Ab dem 4. Tag nach der Operation treten häufig Ohrschmerzen auf. Sie entstehen durch eine Reizung der Halsnerven und sind ungefährlich. Das Ohr ist dabei gesund.
Ohrtropfen sind nicht wirksam.
Da die Wunde bei der Tonsillektomie nicht vernäht wird, bilden sich im Operationsgebiet weisse
Beläge. Dies ist eine normale Erscheinung. Wenn sich in diesen Belägen
Bakterien ansiedeln, kann dies zu Mundgeruch führen. Dieser lässt sich
durch eine kurzzeitige Antibiotikagabe behandeln.
Nach einer Adenotomie kann bei Kindern beim Sprechen ein Luftverlust durch die Nase (offenes
Näseln) auftreten. Dieses verschwindet im Verlauf einiger Tage bis Wochen
wieder.
Bei einigen Patienten kann sich nach der Operation vorübergehend der Geschmackssinn
verändern.
In seltenen Fällen kann es zu Funktionsstörungen der Zungennerven kommen.
Nach der Operation im Spital und auch nach der Spitalentlassung ist es besser die Schmerzmittel in regelmässigen Zeitabständen und nicht nur bei stärkeren Schmerzen einzunehmen. Die Medikamente wirken bei regelmässiger Einnahme besser. Die Gesamtmenge der Medikamente lässt sich dadurch reduzieren.
Um Komplikationen (Blutungen) zu vermeiden ist folgendes zu beachten :
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